40 Jahre Österreichisches Jahrbuch für Politik

Präsentation und Podiumsdiskussion im Parlament

 Eine Chronik der Politik und der gesellschaftlichen Entwicklung in Österreich

Am Mittwoch, 22. März wurde das „Österreichische Jahrbuch für Politik 2016“, ein „Jubiläumsband“, nämlich der 40. Jahrgangsband, im Parlament präsentiert. Aus diesem Anlass fand eine Podiumsdiskussion zum Thema „Politiker – ein Traumberuf? Von der Respektsperson zu 95% Inszenierung“ statt.

Den Prinzipien treu geblieben

In seinen einleitenden Worten zur Veranstaltung erklärte Abg. z. NR Dr. Wolfgang Gerstl den Erfolg des Österreichischen Jahrbuches: Die Herausgeber sind ihren Prinzipien immer treu geblieben ist: „Absolut unabhängig, umfangreich, verständlich, pluralistisch, objektiv, faktenreich. Das Jahrbuch hat sich zu einer Fundgrube für alle entwickelt, die sich mit Politik befassen. In den vier Jahrzehnten hat sich das Jahrbuch zum allgemein respektierten Standardwerk entwickelt.“

Eine Chronik der Politik und der gesellschaftlichen Entwicklung in Österreich

Bevor Univ.-Prof. Dr. Stefan Karner, einer der Herausgeber, den aktuellen Jahrgangsband vorstellte, ließ er die 40 Jahre Revue passieren: „40 Jahre Österreichisches Jahrbuch für Politik heißt: 25.000 Seiten, 1.600 Beiträge, 700 Autoren, 6 Herausgeber, aber auch 8 Bundeskanzler, 5 Bundespräsidenten, die unterschiedlichsten Regierungsformen und 60% der Geschichte der Zweiten Republik.“

Er bedankte sich bei den Mit- Herausgebern, allen voran bei Andreas Khol, dem “Spiritus rector“ des Jahrbuches für Politik, der, neben den weiteren Herausgebern Günther Ofner und Dietmar Halper, auch heute noch die treibende Kraft hinter dem Projekt ist. Aufschluss über die Intentionen der Schöpfer des Jahrbuches gibt das Vorwort des ersten Jahrgangsbandes 1977, aus dem Karner zitierte: „Wir brauchen eine stärkere Verbindung zwischen der Theorie der Politikwissenschaft und der politischen Praxis. Wir brauchen eine Zusammenschau theoretischer Überlegungen mit dem empirischen Material der Meinungs- und Wahlforschung, brauchen eine größere Zugänglichkeit des Primärmaterials. Wir brauchen auch eine über die Tagespolitik hinausgehende, aber doch verhältnismäßig kurzfristige Auseinandersetzung mit neuen Ideen, Inhalten und Methoden der Politik und in der Politikwissenschaft. All diese Überlegungen haben in uns den Plan reifen lassen, in jährlicher Folge ein Österreichisches Jahrbuch für Politik herauszugeben.“ An diesen Prinzipien habe man in all den Jahren festgehalten, das mache auch den Erfolg aus, so Karner. Das Jahrbuch ist somit eine Chronik der Politik und gesellschaftlichen Entwicklung in Österreich.

„Für die Politik leben, nicht von der Politik leben“ (Max Weber)

Im Anschluss an die Präsentation des Jahrbuches diskutierten Univ.-Prof. Dr. Andreas Khol, Parlamentspräsident i. R., Mag. Silvia Grünberger, Managing Partner bei Rosam & Grünberger, Martin Radjaby-Rasset, Geschäftsführer Jung von Matt/Donau, und Michael Jayasekara, Student und parlamentarischer Mitarbeiter, unter der Leitung von Michale Fleischhacker, Geschäftsführer der NZZ Österreich über das Bild des Politikers in der Öffentlichkeit..

Die Diskussionsteilnehmer nahmen eine dramatische Veränderung des Anforderungsprofils an Politiker wahr. Der ganze Berufsstand hat an Vertrauen bei der Bevölkerung eingebüßt. Die weitere Diskussion drehte sich um die Frage, über welche Fähigkeiten und Fertigkeiten ein moderner Politiker verfügen muss, um erfolgreich zu sein. Für Andreas Khol sind dies Sachkunde, Engagement, Leidenschaft und Liebe zu den Menschen: „Wählt mich, aber ich mag euch nicht, wird nicht funktionieren, das merken die Menschen“. Für Silvia Grünberger ist es wichtig, sich selbst treu zu bleiben, sich nicht um eines kurzfristigen Erfolges willen an die “vox populi“, die Stimme des Volkes, anzubiedern. „Auf lange Sicht wird die Inszenierung durchschaut und nicht den Erfolg bringen“, so Grünberger. Für Martin Radjaby-Rasset ist die zentrale Herausforderung für den Politiker auf die permanenten Veränderungen in der Kommunikation und in der Arbeitswelt rasch und adäquat zu reagieren. Dieser Wechsel muss sich auch in den Botschaften widerspiegeln. Für Michael Jayasekara bleibt Politik ein Traumberuf, da es dem Mandatar die Möglichkeit gibt, einen Beitrag zur Gestaltung der Gesellschaft zu leisten. Der Wähler Aktivitäten sehen, persönlicher Einsatz ist die halbe Miete für einen erfolgreichen Politiker.

40 Jahre auf einen Blick mit einem Klick

Zum Abschluss stellte Dr. Dietmar Halper, Direktor der Politischen Akademie, das „Geburtstagsgeschenk“ der Politischen Akademie an die Öffentlichkeit vor: Das Österreichischen Jahrbuches für Politik ist ab sofort online verfügbar unter www.jahrbuch-politik.at.

„Wir bieten allen Interessierten, die Möglichkeit, und laden alle ein, alle bisherigen Beiträge und die Wahlergebnisse nicht nur einzusehen, sondern auch kostenlos herunterzuladen. Bitte tragen Sie diese Information auch weiter.“

 

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