Jahrbuch für Politik 2015 präsentiert

Seit 39 Jahren beleuchtet das Standardwerk alle relevanten politischen Themen aus unterschiedlichen weltanschaulichen und fachlichen Blickwindeln

Präsidentschaftskandidat Andreas Khol hatte vor vierzig Jahren die Idee zu einem überparteilichen politischen Jahrbuch für Österreich. Seit damals hat sich das Jahrbuch zu einem unverzichtbaren Begleiter für Journalisten, Wissenschaftler, Meinungsbildner und politisch Interessierte entwickelt. Direkt aus Brüssel von einer Unterredung mit Ratspräsident Donald Tusk und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel kommend, unterbrach Khol für die Präsentation des Jahrbuches kurzfristig den Wahlkampf.

Bei der Präsentation am Campus wies Mitherausgeber Günther Ofner auf den hohen editorischen Anspruch des Werkes hin. Man habe den Ehrgeiz, ein Kaleidoskop des gesamten politischen Jahres abzubilden. Und das politische Jahr 2015 war abwechslungsreich: es hat mit der rot-blauen Koalition in Burgenland und der schwarz-blauen Koalition in Oberösterreich für neue Regierungskonstellationen gesorgt. Von der Öffentlichkeit kaum beachtet, hat die ÖVP in einem mehrstufigen partizipativen Prozess ein neues Parteiprogramm erarbeitet, wo unter anderem das Festhalten am Verhältniswahlrecht beschlossen wurde. Der Wirtschaftsstandort Österreich braucht für Wilibald Cernko, Vorstandsvorsitzender der Bank Austria, dringend Reformen und neue gesetzliche Rahmenbedingungen, um Investitionen und Unternehmertum zu fördern. Um das Wachstum anzukurbeln, hat die Steuerreform Entscheidendes geleistet. Durch Lohnerhöhungen, die Lohnsteuersenkung und den billigen Treibstoff hat der durchschnittliche österreichische Arbeitnehmer erstmals seit zehn Jahren deutlich mehr Geld in der Haushaltskasse.

Regierung bewies Handlungsfähigkeit

Auf rund 160 Seiten analysiert das Jahrbuch das Thema Asyl- und Flüchtlingspolitik. Bei der Bewältigung dieser historischen Aufgabe hat die österreichische Regierung nach anfänglichem Zögern die Initiative ergriffen und die Kontrolle über das Staatsgebiet wieder hergestellt. Aufbauend auf dieser neuen Handlungsfähigkeit müssen jetzt klare Integrationsrichtlinien erarbeitet werden.

Vier Erfolgsfaktoren für die Schule

Bararba Zuliani, Lehrerin des Jahres, präsentierte abschließend ihr pädagogisches Konzept eine I-Pad-Klasse. Sie zeigte sich überzeugt, dass Schüler elektronische Endgeräte nicht als passive Konsumenten, sondern als Produzenten nutzen sollten. Ein guter Lehrer habe die Funktion einer Hebamme, durch seine wertschätzende Unterstützung begleite er die Schüler auf dem Weg von Erkennen zum Anerkennen. Eine gute Schule benötigt für Zuliani vier Dinge: Engagierte Lehrer, klare Instruktionen für die Schüler, eine gute Feedbackkultur, was richtig und was falsch gemacht wurde sowie die Stärkung des Selbstvertrauens der Schüler.