Philipp Rösler über die Zukunft des Sozialstaates

Podiumstalk mit Rainer Nowak

Im Rahmen seines Wien-Aufenthaltes besuchte Philipp Rösler die Politische Akademie der ÖVP. Gemeinsam mit dem Chefredakteur der „Presse“, Rainer Nowak und rund 100 Interessierten diskutierte er die Herausforderungen der Digitalisierung für unseren Sozialstaat.

Einen Tag nach den Präsidentschaftswahlen in den USA wurde natürlich auch deren Ausgang thematisiert. Rösler nimmt eine große Verunsicherung bei der Bevölkerung wahr, die unter anderem durch die Geschwindigkeit des Fortschritts verursacht wird. „Offensichtlich wird bestehenden politischen Eliten nicht zugetraut, diese Herausforderung lösen zu können.“, begründete er den Wahlerfolg Donald Trumps.

In unserem Bildungssystem sieht Rösler einen zentralen Schlüssel, mit der Geschwindigkeit des Fortschrittes mithalten zu können. Unsere Erwerbsbiographien werden abwechslungsreicher. Wir sind in Zukunft aller Voraussicht nach gezwungen, nicht nur einen, sondern mehrerer Berufe zu erlernen. Eben diese Flexibilität, die von uns verlangt wird, müssen wir auch von dem Ausbildungssystem der Zukunft verlangen. „Die Ausbildung der Zukunft bedeutet uns Grundfähigkeiten anzueignen, auf deren Basis wir weitere Berufe erlernen.“

Auch den Sozialstaat sieht Rösler vor tiefgreifenden Veränderungen. Digitalisierung ist dabei eine von vielen Triebfedern. Der demographische Wandel und eine zunehmende Vereinsamung im Alter sind weitere Indikatoren einer stetigen Veränderung unserer Gesellschaft und unseres Zusammenlebens. Das Umlageverfahren ist aus diesem Blickwinkel nicht zukunftsfähig.  Wir kommen, so Rösler, an einem Mehr an Eigenverantwortung nicht herum, egal ob es um unsere Gesundheitsvorsorge oder unsere Pension geht. Der Sozialstaat der Zukunft soll genauso diese Eigenverantwortung ermöglichen. „Die Forderung ‚mehr netto vom brutto‘ soll in erster Linie nicht dazu dienen, den Konsum anzukurbeln. Wir müssen den Menschen Kapital zur Verfügung zu stellen, ihre Eigenverantwortung auch wahrnehmen zu können.“ beschließt Rösler den Abend.