Warum sind die „Schwarzen“ schwarz, die „Roten“ rot und die „Blauen“ blau?

Rezension: Michael J. P. Ulrich (Christian Hiebler: Politisches Farbenspiel. Warum sind die „Schwarzen“ schwarz, die „Roten“ rot und die „Blauen“ blau? Wolfgang Hager Verlag, ISBN 978-3-902879-96-7, €19,90)

Farben und ihre Bedeutung sind Fragen des täglichen Lebens. Sie sind Träger von nonverbaler Kommunikation. Speziell im Mittelalter waren Farben ein wichtiges Merkmal für den einzelnen Bürger,  um seine gesellschaftliche Stellung zu zeigen. Könige und Adelige, aber auch der Klerus und das Bürgertum signalisierten durch verschiedene Farben ihre Machtansprüche. Über die Zeit hinaus entwickelten sich für die unterschiedlichen politischen Strömungen  gewisse Kennfarben, welche in den europäischen Staaten größtenteils ident sind. So waren die Konservativen immer schwarz und die Sozialisten und Kommunisten immer rot. Dabei sind die Farben Teil der Kommunikation, also ein Alleinstellungsmerkmal. Bei Wahlkämpfen, aber auch bei Botschaften von politischen Parteien wird die Farbe oftmals als Träger von Meinungen genutzt. So lassen sich Signalfarben wie Grün oder Magenta als ideale Träger von Kernbotschaften verwenden. Aber auch Farben wie Rot und Schwarz lassen viele Möglichkeiten zu, dem Wähler visuell die Meinung der Partei mitzuteilen.

 

Autor Christian Hiebler beschreibt in seinem Buch „Politische Farbenspiele“, welche Wichtigkeit Farben in der politischen Kommunikation zukommt. Zu Beginn seines Buches beschreibt er den historischen Kontext und die Ursprüngen von Farben. Anschließend  werden die  Bedeutung der wichtigen Farben Schwarz, Rot, Blau, Grün, Orange und Weiß diskutiert und analysiert. Weiters beschreibt er nicht nur die Situation in Österreich, sondern auch in Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein. Purpur ist eine der teuersten Farben der Welt. Rot steht beispielsweise für Religiöses und natürlich für das Blut. Schwarz trug der Klerus, aber auch im spanischen Weltreich war es eine wichtige Farbe. Zum Schluss stellt der Autor den Farbgebrauch in den USA, Großbritannien und Südtirol dar. Hiebler schafft es in seinem Buch, einen spannenden Bogen zwischen der Geschichte und der heutigen Situation von Farben im politischen Geschehen zu spannen. Detailreichtum und die genaue Bearbeitung der Parteienlandschaften in Österreich, Deutschland und der Schweiz sind Erfolgsgaranten für ein informatives Buch.